MSG Groß-Umstadt unterliegt im ersten Abstiegsendspiel in Coburg 24:30

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Publiziert: 20. Februar, 2017
Spielbericht: Coburg II vs. Umstadt

HSC Coburg II – MSG Groß-Umstadt 30:24 (13:9)

Mit dem Spiel gegen die Bundesligareserve des HSC 2000 Coburg begannen am Sonntagabend für die MSG Groß-Umstadt die entscheidenden Spiele im Abstiegskampf der 3. Bundesliga. Nach einer deutlichen und verdienten 30:24 (13:9) Niederlage und mit Blick auf die restlichen Ergebnisse des Spieltages – alle unmittelbar vor der MSG liegenden Teams kamen zu teils überraschenden Punktgewinnen – muss man schon zu den Optimisten gehören, um der MSG mit seiner derzeitigen Verfassung weiterhin Chancen im Abstiegskampf zu attestieren.

„Dabei geht es weniger um die mathematischen Chancen. Die sind ja durchaus noch da. Aber alle anderen Mannschaften im Tabellenkeller scheinen inzwischen im „Abstiegskampf-Modus“ zu spielen. Bei uns ist dieser Zustand nur bei sehr wenigen Spielern sichtbar“, resümierte eine deutlich frustrierter Holger Zindt, Sportlicher Leiter der MSG.

Man hatte sich viel vorgenommen in Coburg und Trainer Tim Beckmann ließ sein Team wieder in einer sehr offenen Abwehrformation starten. Diese schien in den ersten Minuten auch zu greifen. In der 9. Spielminute führte die MSG – gestützt auf eine sehr gute Defensivleistung und einen starken Torwart Bolling – mit 1:3. Ein nun folgender Strafwurf wurde nicht genutzt (Sokicic) und die nachfolgende Überzahl endete beim Stand von 4:4. Anstatt sich schon in der Anfangsphase also etwas Luft zu verschaffen und den Druck auf den Gegner zu erhöhen, trat genau das Gegenteil ein. Verunsicherung und eine zunehmende Fehlerquote waren zu verzeichnen. Zwar blieb das Spiel über die Zwischenstände 7:5, 9:6 und 11:8 stets eng. Doch war schon beim Halbzeitstand von 13:9 klar, dass kaum ein TVG-Akteur im Angriff zu Normalform auflief. Der Gastgeber kam durch die vielen technischen Fehler und Fehlwürfe im Angriff zudem zu vielen einfachen Toren in der ersten und zweiten Welle.

Neu eingestellt ging es in den zweiten 30 Minuten jedoch kaum besser weiter. Bei 14:9 und 15:10 betrug der Rückstand erstmals 5 Tore und dem außenstehenden Betrachter war schnell klar, dass dem TVG nun etwas Besonderes gelingen müsste, um diesen Rückstand noch aufzuholen. Zu dieser besonderen Leistung war man an diesem Abend aber nicht mehr in der Lage. Näher als 3 Tore kam man dem Gegner im Verlaufe der 2. Halbzeit nicht mehr. Auch weil sich technische Fehler und eine sehr bescheidene Abschlussquote nicht abstellen ließen. Als Trainer Tim Beckmann beim letzten Team Time-Out des Abends (Spielzeit 56:23, Spielstand 27:22) das Minimalziel „Gewinn des direkten Vergleichs“ ausgab (das Hinspiel gewann die MSG mit 26:22), wäre zumindest noch eine kleine Schadensbegrenzung möglich gewesen. Doch auch dieses Ziel verfehlte die zunehmend verunsichert und hilflos wirkende MSG Mannschaft.

„Natürlich geben wir noch nicht auf im Abstiegskampf. Und natürlich ist noch alles möglich. Aber mit dem unmittelbaren Eindruck dieser Niederlage vor Augen fällt es mit aktuell schwer, an eine Wende zu glauben“, gab Holger Zindt abschließend einen Einblick in seine Gefühlswelt. „Man kann lange darüber philosophieren, was wichtiger ist. Das Können oder das Wollen. Wenn aber beides nicht zu 100% vorhanden ist, dann kann man im Abstiegskampf nicht überleben. Ich hoffe, diese Botschaft ist bei allen Beteiligten spätestens nach dieser Niederlage angekommen.

Am kommenden Wochenende – dem Faschingswochende – ist die MSG nun spielfrei. Das nächste Abstiegsendspiel gegen den SG Leipzig steigt am Samstagabend (4. März) in der Groß-Umstädter Heinrich-Klein-Halle.

MSG Groß-Umstadt: Es spielten:
Bolling, Vöhringer, Paul (1), Brunner (1), See (5), Acic (4), Kraus (2), Dashevski, Kramer (3), Wesche (1), Kwiatkowski (1), Eisenträger, Sokicic (6/3)